Blaue Staudenlupine – eine amerikanische Art breitet sich aus
Unsere Landschaft wird gerade blau. Eine aus Gärten entwichene amerikanische Staudenlupine fängt auch bei uns an, immer größere Flächen einzunehmen. Sie ist mehrjährig, tiefwurzelnd, produziert sehr viele, gut und lange keimfähige Samen, die sie mit einem Schleudermechanismus mehrere Meter weit verbreitet.
Am Anfang sieht es schön aus, aber nach nur wenigen Jahren bildet sie geschlossene Massenbestände, und verdrängt unsere heimischen Arten. Sie ist also massiv landschaftsverändernd, vermindert das Angebot an heimischen Blühpflanzen für spezialisierte Insekten, reichert wertvolle magere Standorte durch ihre Knöllchenbakterien mit Stickstoff an und verdirbt wegen giftiger Inhaltsstoffe in Massenbeständen das Weidegras und Heu.
Es gibt also viele Gründe, ein Auge auf diese Pflanze zu haben. Gerade sensibilisieren wir die Straßenmeistereien, da sich die Lupinen vor allem entlang von Straßen ausbreiten, aber auch auf vielen Ruderalflächen und an Heckenrändern wird sie zunehmend gesichtet.
Bei uns beginnt die Ausbreitung gerade erst. Im benachbarten Westerwaldkreis sind schon viele Wiesen und Straßenränder komplett blau. Dies würden wir für unsere Region gerne verhindern. Wir bitten daher alle Eigentümer, Bestände jetzt frühzeitig vor Samenreife zu mähen, mit einem Nachschnitt im Hochsommer, und kleine neue Nester möglichst auszugraben.
In vielen Regionen Deutschlands mit landschaftlichem Schutzstatus finden schon konzertierte Aktionen zwischen amtlichen Stellen, Vereinen und Privatpersonen statt. Ob dies bei uns auch möglich sein wird?
(Simone Brietzke, NABU Gruppe Rengsdorf)

