Im Quellgebiet des Laubachs

Botanisches Juwel am Rande von Kurtscheid 


Am südlichen Ortsrand von Kurtscheid gibt es – fast unbemerkt von der Bevölkerung – ein botanisches Juwel, eine Besonderheit in der Verbandsgemeinde Rengsdorf, ja im gesamten Landkreis Neuwied. 

Im Bereich des Quellgebiets des Laubachs gedeiht eine Pflanzengemeinschaft, die heute ganz selten geworden ist: Im Frühjahr blühen unzählige Sumpfdotterblumen, die die feuchten Wiesen in ein gelbes Blumenmeer verwandeln. Es folgen die duftende Schlüsselblume und Fieberklee. Daneben wachsen hier noch einheimische Orchideenarten, Wollgras, Sonnenröschen, Teufelsabbiss und Herbstzeitlose. 

Auch die angrenzenden Hecken und Streuobstwiesen machen diesen Bereich sehr wertvoll: Durch extensive Beweidung sind die Wiesen sehr artenreich, heutzutage eine wirkliche Rarität. Neben den botanischen Besonderheiten kommen hier besonders geschützte Tiere vor, wie zum Beispiel die Ringelnatter, der Mädesüß-Perlmutterfalter und auch um die 60 verschiedenen Singvogelarten, wie der Sumpfrohrsänger, die Sumpfmeise, die Mönchsgrasmücke, der Neuntöter die Goldammer und viele mehr.

Dieser Artenreichtum ist nur möglich, wenn die Wiesen extensiv bewirtschaftet werden. Kunstdünger und zu starke Beweidung führt zum Verschwinden der Blumen und Tiere.  

In den letzten Jahren wurden viele junge Obstbäume gepflanzt. Um den alten Bäumen eine längere Lebensdauer und den Jungbäumen ein gutes Wachstum zu ermöglichen, werden regelmäßig Obstbaumschnitte durchgeführt.

Die sensible Behandlung des Laubachquellgebietes ist für den Erhalt des kreisweit bedeutenden Biotopmosaiks unabdingbar. So werden die erforderlichen Schutz- und Pflegemaßnahmen zu jeder Zeit durch den Biotopbetreuer Günter Hahn und die Untere und Obere Naturschutzbehörde begleitet.

Um dieses Kleinod zu erhalten, pflegen Mitglieder des NABU die Flächen mehrmals im Jahr,  um die Vielfalt zu erhalten. So werden die feuchten Wiesen im August/September mit einem Balkenmäher mit spezieller Bereifung, die auch das Mähen in besonders nassen Bereichen ermöglicht, oder auch mit Handsensen gemäht. Das Mähgut wird dann per Hand von der Fläche entfernt. Ab Dezember wird das Tal frei geschnitten, um eine aufkommende Verbuschung zu verhindern – auch das würde sich negativ auf die hier wachsenden Pflanzen auswirken. In einigen Bereichen führen wir in den letzten Jahren eine Beweidung mit Murnau-Werdenfelder Rindern durch. Hierbei handelt es sich um eine gefährdete Rinderrasse. Mit ihren harten Klauen ist sie besonders gut für nasse und felsige Bereiche geeignet.

In den Jahren 2010 und 2012 untersuchte Isabelle Thomé im Rahmen ihrer Bachelorarbeit den oberen Laubach auf seinen ökologischen Zustand und seine Gewässerstrukturgüte. Mit der Arbeit wurde auch der Artenbestand des Makrozoobenthos, also der mit dem bloßen Auge sichtbaren und bis zu 2 mm großen Bewohner des Gewässerbodens, erstmals erfasst. Die Ergebnisse belegen im Wesentlichen einen guten ökologischen Zustand des Laubachs. Die Gewässerstrukturgüte könnte dagegen noch weiter verbessert werden. 

Um Kinder und Jugendliche für dieses wertvolle Biotop zu sensibilisieren, starteten wir in den letzten Jahren mehrere Aktionen am und um das Laubach-Quellgebiet. 

So waren Kinder als „Wasserdetektive“ zusammen mit Andrea Bauer (Försterin für Umweltbildung), Isabelle Thomé und Peter Preilowski unterwegs.  Sie  entdeckten die Tiere, die im und am Laubach leben und erfuhren, warum Wasser auch für uns Menschen so wichtig ist.

Mit Naturpädagogin Eva Saftig gingen die Kinder auf die „Große Nussjagd“ um herauszufinden, ob hier am oberen Laubach die selten gewordene Haselmaus noch zu Hause ist. 

Auch in diesem Jahr am 12. September, können sich wieder Familien mit Kinder zu dieser spannenden Exkursion anmelden.

Wer mehr über dieses einzigartige Biotop erfahren möchte, kann sich gerne an unserem Stand am 11.Juli 2015 beim „Tag der offenen Gemeinde“ in Kurtscheid informieren lassen!

 

Im Juli 2015

Beweidung in wertvollen Biotopen am Laubach

Um die Artenvielfalt zu erhalten und zu fördern, pflegt der NABU Rengsdorf mit sehr viel Handarbeit Flächen am Oberen Laubach

Auf einigen Flächen werden die ehrenamtlich Aktiven von Weidetieren unterstützt. Hier weiden Murnau Werdenfelser Rinder.

Murnau Werdenfelser sind eine der ältesten Rinderrassen der Welt und heute vom Aussterben bedroht.


Exkursion im Quellgebiet des Laubachs bei Kurtscheid

Im Quellgebiet des Laubachs befindet sich ein wertvolles Feuchtbiotop mit vielen selten gewordenen Tier- und Pflanzengemeinschaften.

Seit Jahren wird dieses Biotop von Mitgliedern des NABU-Rengsdorf gepflegt.

Ende April 2014 führten Lucia und Peter Preilowski Vertreter des Gemeinderates Kurtscheid durch das Biotopgebiet.

Bei herrlichem Wetter begann die Besichtigung unter der Leitung von Biotopbetreuer Günter Hahn am Quellbiotop am Ortsrand von Kurtscheid mit einer fachlichen Einführung.

Das Quellgebiet des Laubach umfasst drei Quellbäche: Der Brückenbach, der Kalte Seifen und der Forstbach.

Im Bereich des Quellgebiets des Laubachs gedeiht eine Pflanzengemeinschaft, die heute ganz selten geworden ist: Im Frühjahr blühen unzählige Sumpfdotterblumen, die die feuchten Wiesen in ein gelbes Blumenmeer verwandeln. Es folgen die duftende Schlüsselblume und Fieberklee. Daneben wachsen hier noch einheimische Orchideenarten, Wollgras, Teufelsabbiss und Herbstzeitlose.

Auch die angrenzenden Hecken und Streuobstwiesen machen diesen Bereich sehr wertvoll: Durch extensive Beweidung sind die Wiesen sehr artenreich, heutzutage eine wirkliche Rarität. Neben den botanischen Besonderheiten kommen hier besonders geschützte Tiere vor, wie zum Beispiel der Neuntöter, die Ringelnatter, der Mädesüß-Perlmutterfalter und auch eine Vielzahl von Singvogelarten.

Um dieses Kleinod und seine Vielfalt zu erhalten, pflegt der NABU Rengsdorf die Flächen mehrmals im Jahr. So werden die feuchten Wiesen im August/September mit einem Balkenmäher mit spezieller Bereifung, die auch das Mähen in besonders nassen Bereichen ermöglicht, oder auch mit Handsensen gemäht. Das Mähgut wird dann per Hand von der Fläche entfernt. Ab November wird das Tal frei geschnitten, um eine aufkommende Verbuschung zu verhindern – auch das würde sich negativ auf die hier wachsenden Pflanzen auswirken. In einigen Bereichen führen wir in den letzten Jahren eine Beweidung mit Murnau-Werdenfelder Rindern durch. Hierbei handelt es sich um eine gefährdete Rinderrasse. Mit ihren harten Klauen ist sie besonders gut für nasse und felsige Bereiche geeignet.

Biotopbetreuer Günter Hahn erläutert: „Die sensible Behandlung des Laubachquellgebiets ist für den Erhalt des kreisweit bedeutenden Biotopmosaiks unabdingbar. So begleite ich die erforderlichen Schutz- und Pflegemaßnahmen zu jeder Zeit, auch zusammen mit der Unteren Naturschutzbehörde.“

Nach einer interessanten und informationreichen Wanderung bedankten sich Lucia und Peter Preilowski, sowie Ortsbürgermeister Dieter Wagner bei den Teilnehmern und Biotopbetreuer Günter Hahn.


Text: Isabelle Thomé